Aus dieser Region habe ich natürlich keine eigenen Bilder, weil ich dort nicht war und nicht hätte hin können.
Aber es war am Samstag in vielen Gesprächen Thema. Mir gegenüber wurde sich, als die Zahl der getöteten Zivilisten noch kleiner zu sein schien, so geäußert: Gut das es vorbei ist. Schlimm wenn Unschuldige ums Leben kommen. Gut das die Regierung dies nicht leugnet und gegen diese Tötungen vorgehen will. Der Hass durch die selbst erlebte Gewalt sei manchmal schwer unter Kontrolle zu bringen, wenngleich nicht akzeptabel.
Die ähnlich lautenden Erklärungen der Regierung lassen mit steigenden Opferzahlen bei mir immer mehr Fragen entstehn.

Heute habe ich eine Demonstration von mehrheitlich wohl Alewiten miterlebt. Im Stadtzentum standen sie sehr friedlich mit fast durchgehend handgeschriebenen Forderungen beieinander.

Von dieser Gruppe ging keinerlei Aggression und, sowei ich es beobachten konnte, keinerlei Provokation aus.

Nach kurzer Zeit formierte sich eine zunächst kleine, jedoch anwachsende Gruppe, die aggressiv in Ton und Körpersprache lautstark wiederkehrende Parolen skandierte.
Diese Gruppe von vielleich zwei Dutzend Männern, die unter anderem „Allahu akbar“ schrien, griffen dann die Demonstranten an, die teilweise flùchteten.
Sicherheitskräfte schossen mit Pistolen und Kalaschnikows in die Luft, um den Angriff zu unterbinden. Der Schlägertrupp formierte sich nach kurzer Zeit neu und griff erneut an. In dem Chaos ertönten erneut Salven von Sturmgewehren.
Ich befürchte, wenn dieses Land es nicht schafft, schnell und nachhaltig zu begegnen, wird die historische Chance für ein freies Syrien vertan. Und das wäre wirklich bitter.
